„Wo wir uns finden“ von Nicholas Sparks

Rezension

Von Nicholas Sparks habe ich schon viele Bücher gelesen. Nicht alle, aber ich denke die meisten. Ich finde ja, er versteht es wie kaum ein anderer Autor, dem Leser/der Leserin so richtig das Herz zu brechen. Seine Bücher sind meist sehr dramatisch und man weiß nie, ob man am Ende ein Happy End bekommt oder nicht. „Wo wir uns finden“ ist eine Geschichte über eine unerwartete große Liebe, über Opfer, Verzicht und den Preis von Entscheidungen.

Wo wir uns finden

Die 36-jährige Hope steckt in einer tiefen persönlichen Krise. Im idyllischen Strandhaus der Familie hofft sie, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Doch dann trifft sie den sympathischen Abenteurer Tru, der alles durcheinanderwirbelt. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, sie verbringen herrliche romantische Tage miteinander. Aber beide spüren auch den Druck familiärer Verpflichtungen, die ihrer Beziehung entgegenstehen. Und so drohen Hope und Tru sich zu verlieren, bevor sie sich überhaupt richtig gefunden haben …

© Cover & Text: Heyne Verlag 2020

Wie eigentlich immer, ist auch dieses Buch von Sparks wieder angenehm und schnell zu lesen. Man ist sehr schnell drin in der Geschichte und lernt zunächst Hope kennen, die aktuell quasi getrennt ist von ihrem langjährigen Freund und alleine auf eine Hochzeit gehen muss. Außerdem ist ihr Vater krank und sie macht sich große Sorgen. Tief in ihre Gedanken versunken trifft sie plötzlich am Strand auf Tru, der zum ersten Mal in den USA ist um seiner Familiengeschichte nachzugehen. Es kommt, wie es kommen muss und die beiden verlieben sich und haben ein kurzes Wochenende zu zweit, bevor sie schwerwiegende Entscheidungen treffen müssen.

Der Personen waren mir beim Lesen sehr nah, denn der Autor lässt uns an all ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Er zeichnet sympathische Menschen, mit denen man mitfühlt und mitfiebert. Ich habe gebangt, wie die Liebesgeschichte denn nun ausgeht und für welchen Weg sie sich entscheiden. Realistisch gesehen, haben die beiden so wenig Zeit verbracht, dass sich auf dieser Grundlage schwer so tiefgreifende Entscheidungen treffen lassen. Es ist natürlich schon etwas kitschig, dass sich zwei Menschen treffen und sofort unsterblich ineinander verlieben, ohne sich wirklich zu kennen. Trotzdem schafft es Sparks, dass man den beiden die Tiefe ihrer Gefühle abnimmt. Und so gab es Szenen, bei denen ich wirklich mit den Personen gelitten habe.

Oft weiß man ja nicht so genau in welche Richtung die Geschichten von Nicholas Sparks gehen. Diesmal hatte ich aber recht schnell einen Verdacht, der eine bestimmte Sache betrifft und das hat sich dann auch bestätigt. Generell musste ich beim Lesen öfter an „Das Lächeln der Sterne“ denken, ich meine die ein oder andere Parallele gesehen zu haben. Der Autor hat diesmal auch einen besonderen Kniff eingebaut und sich selbst ins Spiel gebracht. Es wirkte beim Lesen so, als ob es Tru & Hope wirklich gibt und Sparks ihre Geschichte zu Papier bringen wollte. In Nachwort wird man dann jedoch aufgeklärt, dass es tatsächlich nur ein schriftstellerischer Kniff ist. Ich hoffe hiermit niemanden die Lesefreude zu nehmen, ich war tatsächlich ein klein wenig enttäuscht.

Mit der Auflösung am Ende war ich tatsächlich nur so halb zufrieden, ich habe das Buch traurig zugeklappt und darüber nachgedacht, welche Konsequenzen doch manche Entscheidungen für unser Leben haben können. Trotzdem war es gute Unterhaltung und man bekommt, was man von einem typischen „Nicholas Sparks Buch“ erwartet. Verglichen mit seinen anderen Büchern, ist es weder das Beste noch das Schlechteste. Ich würde sagen, gutes Mittelfeld.

3,5 von 5 Sternen
3.5/5

Corinna

Mama, Fantasy Fan, Querbeetleserin, Kaffeesüchtig

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