Schattengeister von Frances Hardinge – ein ungewöhnliches Jugendbuch!

Schattengeister von Frances Hardinge habe ich noch im Dezember gelesen und ich kann sagen, dass dies ein recht ungewöhnliches Jugendbuch ist, das sich deutlich vom Mainstream abhebt. Es handelt sich dabei um einen historischen Roman mit Fantasy Elementen.

Die Hauptperson ist die 15-jährige Makepeace aus London und sie hat eine Gabe: sie kann Geister in sich aufnehmen. Das klingt nicht sehr angenehm und das ist es auch nicht wirklich. Eine Gabe, auf die man gut und gerne verzichten könnte. Woher diese Gabe kommt, darüber schweigt Makepeaces Mutter sich aus, genauso wie über ihren Vater. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und sie wird in Dinge hineingezogen, die sich sich niemals auch nur hätte vorstellen können. Nun ist sie der Familie Fellmotte ausgeliefert, die ein unheimliches Familienerbe haben.

Schattengeister

Makepiece schreit oft in ihren Albträumen. Etwas – jemand – ergreift dann Besitz von ihr. Und auch wenn sie am Tag ihre Gedankensoldaten zum Schutz aufstellt – Sterbende begehren Einlass in ihren Kopf und Körper. Nur, wie viele verschiedene
Wesen vertragen sich in einem Körper? Und dazu noch ein so großes, wildes: ein geschundener Tanzbär.

© Text und Bild: Verlag Freies Geistesleben

Darf ich mal kurz erwähnen, wie schön das Buchcover ist? Zum Glück ist aber nicht nur die Verpackung hübsch, die Geschichte hat auch ordentlich etwas zu bieten. Der Anfang ist zwar ein wenig zäh finde ich, aber nach ca. einem Drittel wurde es richtig spannend und das hat sich bis zum Ende hin gehalten, bzw. hat sich noch gesteigert. Ständig kommt Makepeace in Situationen bei denen ich mir dachte, wie soll sie da nur wieder rauskommen? 

Richtig gut gefallen hat mir die Tatsache, dass Makepeace keine typische Roman-Heldin ist. Weder ist sie besonders hübsch, noch ist sie auserwählt die Welt zu retten und die eigentlich obligatorische Liebesgeschichte gibt es auch nicht. Aber sie hat einen starken Drang zu überleben und aus diesem heraus handelt sie. Das macht sie zu einer Figur, mit der man mitfühlen kann und deren Handeln ich nachvollziehen konnte. Oft tut sie Dinge einfach aus der Not heraus. Sie flieht, lügt und verkleidet sich – alles um zu überleben. Dabei wird sie eher zufällig in das Kriegsgeschehen verwickelt, das das Land spaltet und verwüstet. Sie ist auch sehr tapfer und muss so einiges aushalten. Das ist auch der Zeit geschuldet, in der die Geschichte spielt. Damals ging man mit Kindern leider nicht gerade zimperlich um.

Anfangs konnte ich mit den Geistern, die das Mädchen heimsuchen eher wenig anfangen und es wurde auch nicht viel erklärt. Doch nach und nach setzt sich ein Puzzle zusammen, man erfährt mehr über diese Gabe und wie die Familie Fellmotte diese nutzt um Macht auszuüben. Als Makepeace schließlich erkennt, welche Rolle ihre dabei zugedacht ist, ist sie entsetzt. Sie kämpft für ihre Freiheit und findet ihren ganz eigenen Weg, mit der Gabe umzugehen. Sie dabei zu begleiten ist sehr spannend und ich kann nur nochmal wiederholen, dass dies eine wirklich ungewöhnliche sowie außergewöhnliche Geschichte ist, die wunderbar ohne Liebesgeschichte etc. auskommt.

Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen und eine ganz klare Leseempfehlung. 

Ich bedanke mich beim Verlag und Netgalley für das kostenlose e-Book, was meine Meinung jedoch in keiner Weise beeinflusst.

4,5 von 5 Sternen
4.5/5

Corinna

Mama, Fantasy Fan, Querbeetleserin, Kaffeesüchtig

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück nach oben