Hush – Verbotene Worte von Dylan Farrow: ein Debut, dass zwiespältige Gefühle hinterlässt

„Hush – Verbotene Worte“ von Dylan Farrow ist eine Fantasy Geschichte über die Macht von Worten und die Beeinflussung durch Angst. Und in Montane gibt es jede Menge Angst, z.B. vor falschen Worten. Wer verbotene Worte spricht, riskiert den Tod in Form der Fleckenkrankheit. Deshalb gibt es auch keine Bücher, keine Tinte, niemand kann lesen. Alle außer den Barden, die mit Worten Beschwörungen durchführen können und das Land beschützen. In dieser Welt lebt die junge Shae, die ihren Bruder an eine solche Krankheit verloren hat und seitdem von der Dorfgemeinschaft ausgestoßen ist. Shae selbst hat eine Gabe, alles was sie stickt, wird wahr. Das kann sie natürlich niemandem erzählen, wer weiß was dann passiert.

Shae lebt in Montane, einem Land, in dem Sprache Macht bedeutet. Mit eiserner Hand regieren die Barden über das verarmte Volk. Denn nur sie können mit ihren Worten die Magie kontrollieren. Shae fürchtet sich umso mehr vor ihnen, weil sie ein Geheimnis hat: Alles, was sie stickt, wird lebendig. Aber dann passiert etwas, das ihr keine Wahl lässt, als Antworten bei den Barden zu suchen. Und schnell lernt Shae, wie mächtig Worte wirklich sein können …

© Copyright Text & Bild Loewe Verlag, 2021

Die Geschichte beginnt gleich sehr spannend und man ist direkt mittendrin, den Schreibstil empfand ich als angenehm. Montane wird als richtig trostlos beschrieben, alles ist ausgedörrt und die Ernten mickrig. Auch Shaes Dorf geht es schlecht, man kann die Verzweiflung der Menschen spüren, die von ihrer geringen Ernte auch Abgaben an die Barden zahlen müssen und sich deren Segen erhoffen. Die verzweifelte Atmosphäre hat die Autorin gut rübergebracht. Ich hatte auch wirklich Mitleid mit Shae, die so schlimme Schicksalsschläge ertragen muss und die von den Dörflern einfach nur herzlos behandelt wird. Als dann eine weitere Tragödie passiert und Shae sich zu den Barden aufmacht, nimmt die Handlung richtig Fahrt auf. 

Und genau da beginnen meine Probleme mit dem Buch. Denn das Tempo, mit dem nun die Ereignisse passieren, nimmt nicht mehr ab. Shae stolpert von einer brenzligen Situation in die nächste. Ohne Pause. Das auch noch oft völlig kopflos und naiv. Die Geschichte nimmt sich leider wenig Zeit um mal etwas näher zu erklären oder manche Szenen ausführlicher zu erzählen. Über die Barden und ihre Magie, wie das denn genau funktioniert etc. erfährt man leider kaum etwas. Vieles wird nur angerissen und plötzlich ist die Szene vorbei. Oder Shae gerät in Gefahr und schon eine Seite später ist die Situation gelöst. Das zieht sich leider bis zum Ende durch. Je weiter man Richtung Ende kommt, desto verwirrender wird die Geschichte auch. Es gab einige Seiten, bei denen ich auch jetzt nicht weiß, was ich davon halten soll.

Leider muss ich sagen, dass das Potenzial hier längst nicht ausgeschöpft wurde und ich etwas enttäuscht bin. Die Geschichte wirkt unausgereift, was auch auf die Charaktere zutrifft. Shae als Hauptfigur ist nicht immer nachvollziehbar und eine Entwicklung findet hier nicht statt. Doch plötzlich kann sie Dinge, die sie nie gelernt hat. Das hat mich wirklich gestört! Der Beschreibung vom Verlag, dass es sich hier um eine fulminante und aufsehenerregende Geschichte handelt, kann ich nicht zustimmen. Es ist ein solides Debut mit viel Luft nach oben. Ob ich die Dilogie weiterlesen möchte, kann ich tatsächlich noch nicht sagen.

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde von #lovelybooks.de lesen und bedanke mich ganz herzlich für das Buch und die schöne Leserunde.

3 von 5 Sternen
3/5

Corinna

Mama, Fantasy Fan, Querbeetleserin, Kaffeesüchtig

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