Emerick von Tanja Heitmann – fantasievoll, ungewöhnlich & leicht skurril

Mit dieser Rezension bin ich leider etwas spät dran, denn ich habe es schon Mitte Januar ausgelesen. Aber leider war so viel los, dass ich es nicht eher geschafft habe. Emerick war mein erstes Buch von Tanja Heitmann und ich kann an dieser Stelle schon verraten, es wird sicher nicht mein letztes sein!

Emerick ist ein ungewöhnliches und leicht skurriles Jugendbuch aus dem Fantasy Bereich, das auch dystopische Elemente und ein ganz spezielles Setting hat. Als ich mit dem Lesen anfing, hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass mich die Geschichte so packen würde. Ich wurde bestens unterhalten mit einer spannenden, unvorhersehbaren Story, interessanten Charakteren und einem sehr einnehmenden Schreibstil. Es fiel mir teilweise wirklich schwer, das Buch zur Seite zu legen.

Für die junge Jasna ist Lastage House die Chance, ein neues Leben zu beginnen: Professor Leopold hat sie als Assistentin unter seine Fittiche genommen. Gemeinsam betreuen sie Kinder und Jugendliche, deren Leben aus den Fugen geraten ist. An einem von ihnen beißt Jasna sich allerdings die Zähne aus: Emerick ist nicht nur faszinierend, wie der Professor schwärmt, sondern sieht die Welt auf seine ganz eigene Weise. Als Jasnas Schützling, die kleine Lia, unerklärlicherweise ins Koma fällt, bietet Emerick seine Hilfe an. Damit beginnt die Jagd auf einen geheimnisvollen Schatten, und Jasna stellt fest, dass es in Lastage House nicht nur verrückt zugeht, sondern vor allem magisch …

 

© Text und Bild: Piper Verlag GmbH 2020

 

Obwohl das Buch „Emerick“ heißt, geht es eigentlich vordergründig um die 17-jährige Jasna. Sie ist die neue Assistentin eines Kinderpsychologen in Lastage House, einer Heilanstalt für Kinder und Jugendliche. Dieses Setting an sich ist schon besonders, genauso wie die Bewohner von Lastage House. Doch zudem spielt die Geschichte in einer dystopischen Welt, in der viele Teile der Erde von einer großen Flut verschluckt wurden. Leider erfährt man aber von der Welt außerhalb der Anstalt nur sehr wenig, so dass man kein richtiges Gesamtbild über diese Welt hat.

Eines Tages sind die Kinder völlig aufgeregt und erzählen von schwarzen Vögeln, die über das Haus geflogen sind. Kurz darauf ist Jasnas kleiner Schützling plötzlich ohne Bewusstsein und mehr und mehr seltsame Dinge geschehen. Jasna muss sich fragen, ob all das Einbildung der Kinder ist oder ob doch mehr dahinter steckt. Vielleicht etwas Magisches. Und ob sie sich wirklich auf das Hilfsangebot des undurchsichtigen Emerick einlassen soll. Zusammen mit ihm, einem herzensguten Pfleger, einer selbsternannten Hexe und einer richtig fiesen Katze macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir durch die bildhafte Sprache der Autorin sehr leicht. Zu Beginn fand ich das Buch noch ein wenig dialoglastig, doch das wurde mit der Zeit besser. Auch wenn es einige Zeit dauert, bis die Handlung so richtig Fahrt aufnimmt, wollte ich immer wissen wie es weitergeht. Es war interessant die verschiedenen Bewohner von Lastage House kennenzulernen, die Kinder und Jugendlichen mit verschiedenen Krankheitsbildern und besonderer Wahrnehmung. Sie alle sind sehr besonders und zum Teil irgendwie schrullig und skurril, aber liebenswert. Man weiß lange nicht, ob nun wirklich Mysteriöse Dinge geschehen oder ob die Kinder das erfinden. Auch Jasna umgibt ein Geheimnis, über ihre Vergangenheit gibt es immer wieder Andeutungen. Die Geschichte wird immer rasanter und die Auflösung hat mir durchaus gut gefallen. Ich hätte sogar gerne noch mehr über die Gruppe rund um Emerick und Jasna gelesen. Einiges bleibt am Ende auch offen und ohne Erklärung, gerade was Jasna und die Welt außerhalb des Hauses betrifft, hätte ich doch noch Fragen gehabt. Die Autorin deutet generell öfter einige Dinge nur an, ohne sie zu erklären. Auch wenn ich gerne noch mehr Antworten gehabt hätte, es hat mich letztendlich nicht so gestört, dass die Lesefreude darunter gelitten hätte. Soweit ich weiß, ist dies ein Einzelband, aber über eine Fortsetzung würde ich mich freuen.

Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternen.

Ich bedanke mich beim Verlag und Netgalley für das kostenlose e-Book, was meine Meinung jedoch in keiner Weise beeinflusst.

4,5 von 5 Sternen
4.5/5

Corinna

Mama, Fantasy Fan, Querbeetleserin, Kaffeesüchtig

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